Am 18. März 2026 hat der Nationalrat der Einführung einer Gebühr für Bagatellfälle in der Spitalnotfallaufnahme knapp zugestimmt. Aus Sicht der NOTFALLPFLEGE SCHWEIZ und der SGNOR ist dieser Entscheid enttäuschend und realitätsfern. Statt einer direkten Gebühr wird der Selbstbehalt um CHF 50 erhöht – unabhängig vom Grund des Notfallbesuchs. Die ursprünglich anvisierte Zielgruppe wird damit kaum erreicht. Vielmehr trifft die Massnahme vor allem ältere und chronisch kranke Menschen, die häufiger auf Notfallversorgung angewiesen sind und finanziell stärker belastet werden. Ein steuernder Effekt auf die Patient:innenströme ist nicht zu erwarten. Stattdessen entsteht zusätzlicher administrativer Aufwand für das Gesundheitspersonal, während die Kostenersparnis fraglich bleibt. Gleichzeitig droht durch die kantonale Umsetzung ein uneinheitlicher «Flickenteppich». Die eigentlichen Ursachen überlasteter Notfallstationen – insbesondere der Mangel an Hausärzt:innen und die eingeschränkte Versorgung ausserhalb der Öffnungszeiten – bleiben ungelöst. NOTFALLPFLEGE SCHWEIZ und SGNOR fordern deshalb gezielte Massnahmen: Stärkung der Gesundheitskompetenz, Ausbau der Hausarztmedizin und eine nachhaltige Finanzierung von Notfallpraxen. Wir erwarten von der bevorstehenden Debatte im Ständerat mehr Entschlossenheit und Verbindlichkeit, um das nationale Problem überlasteter Notfallstationen nachhaltig anzugehen und die medizinische Notfallversorgung in der Schweiz langfristig sicherzustellen.